Die Chagas-Krankheit auch als Amerikanische, Südamerikanische Trypanosomiasis oder Morbus Chagas bezeichnet) ist eine infektiöse Erkrankung und Parasitose, die durch den Einzeller Trypanosoma cruzi hervorgerufen wird. Der Erreger Trypanosoma cruzi der durch Raubwanzen (Reduviidae) übertragen wird.

Die Überträger sind drei bis vier Zentimeter große Raubwanzen alle Stadien, auch die Larven, sind empfänglich für Trypanosoma cruzi.

Infektions-Wege

Triatoma-infestans-Larve (Auch Kissing Bug genannt, weil sie in die weichen Stellen des Gesichts sticht)

Die überwiegend nachtaktiven Raubwanzen stechen und saugen meist unbemerkt Blut der schlafenden Menschen, Säugetieren, Reptilien und Vögeln, mit Vorliebe in Regionen mit dünnerer Haut wie z. B. an Lippen oder in der Augenumgebung.

Währenddessen defäkiert das Insekt. Die Infektion erfolgt nicht durch den Stich, sondern durch Einreiben des erregerhaltigen Kotes in die frische Stichwunde durch den Menschen selbst oder durch Eindringen des Erregers in unverletzte Schleimhaut, besonders des Auges.

Der Kot kann vermutlich jahrelang infektiös bleiben.

Die diaplazentare Infektion des Fötus durch die Mutter ist möglich. Auch Muttermilch ist infektiös. In seltenen Fällen kann es zu einer Übertragung durch Nahrungsmittel kommen.

Verlauf/Symptome     

Die Chagas-Krankheit tritt beim Menschen in vier Stadien auf: Nach dem Stich der Raubwanze tritt meist eine Schwellung um die vom Insekt erzeugte Stichwunde auf: Ein Ödem mit Entzündungserscheinungen, oft in Augen-nähe (Romana-Zeichen oder romanasches Zeichen). Es können aber auch andere Körperstellen betroffen sein, die sich später evtl. gar nicht mehr identifizieren lassen.

Eine akute Phase tritt bei ca. einem Drittel der Neu-infizierten auf. Es handelt sich meist um Kinder oder Personen mit Abwehrschwäche. Diese Phase klingt gewöhnlich nach ca. vier Wochen wieder ab. Fieber, Atemnot, Ödeme, Durchfall, Bauchschmerzen, Lymphknotenschwellungen, Krampfanfälle bei Einschluss des Gehirns und Herzvergrößerung sind die Folge.

Nach einer Latenzphase, die u. U. Jahre dauern kann, kommt es zur chronischen Erkrankung. Symptome der akuten Phase können aber auch während der Latenzphase wieder ausbrechen, wenn eine neu auftretende Abwehrschwäche hinzukommt, z. B. eine HIV-Infektion.

Die Symptome der chronischen Phase entstehen vorwiegend aus der chronischen Herzvergrößerung (Herzrasen, Leistungsschwäche, Luftnot bei Belastung) und der Zerstörung von Nervenzellen im Verdauungstrakt. Hierdurch ist eine normale Darmpassage nicht mehr möglich. Dies kann zum Tod durch Darmdurchbruch, Darmverschluss führen.

 

Unbehandelt kann die Chagas-Krankheit in bis zu 10 % der Fälle tödlich enden.